Author: IK
Amnesty Vertreter in der Türkei verhaftet
Im Zuge der jüngsten Verhaftungen in der Türkei sind nun zwei führende Amnesty Vertreter in Haft.
Am 18. Juli erließ ein Gericht in Istanbul Untersuchungshaft gegen ?dil Eser, die Direktorin der türkischen Amnesty-Sektion, gegen den deutschen Menschenrechtstrainer Peter Steudtner und sechs weitere Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten. Ihnen wird vorgeworfen, „eine Terrororganisation unterstützt zu haben, ohne deren Mitglied zu sein“. Taner K?l?ç, der Vorstandsvorsitzende der türkischen Amnesty-Sektion, sitzt seit dem 9. Juni wegen ähnlicher Anschuldigungen in Untersuchungshaft.
Die Inhaftierungen sind Teil einer Kampagne gegen kritische Stimmen in der Türkei, die auch vor den Medien nicht halt macht: In keinem Land der Welt sitzen derzeit mehr Journalistinnen und Journalisten im Gefängnis. Seit dem gescheiterten Putschversuch wurden mindestens 156 Medienhäuser geschlossen, etwa 2.500 Medienschaffende verloren ihre Arbeit. 120 Journalistinnen und Journalisten wurden seitdem inhaftiert, viele sind seit Monaten ohne Anklage in Haft.
Unterstützen Sie die Kampagne von Amnesty International für die Meinungsfreiheit in der Türkei!
Aachenerin im Einsatz für Flüchtlinge im Mittelmeer
Gudrun Petersen, Fotografin aus Aachen, wird ab Juli für einige Wochen auf dem Schiff SEA-EYE, vor der libyschen Küste, in Seenot geratenen Flüchtlingen helfen. Eine mutige Aufgabe. Die Helfer sammeln hilfesuchende Flüchtlinge in Schlauchboote und bringen Sie zu größeren Schiffen in Sicherheit. Diese Bilder von Flüchtlingen aus Afrika und aus dem arabischen Raum, gibt es immer noch, auch wenn sie in unseren Medien keinen großen Raum mehr finden. Viele, viele Menschen verlieren ihr Leben auf dem Weg in ein besseres Leben, auf dem Weg von Afrika nach Europa. Familie und Heimat freiwillig aufzugeben ist schwer und es muss viel Leid dahinter stecken, diesen Schritt zu machen.
Nach der Beendigung der Rettungsaktion Mare Nostrum und dem Einsatz von Frontex, der einen wesentlich kleineren Rettungsumfang beinhaltet, machten sich privat initiierte Seenotretter auf, um den Menschen im Mittelmeer zu helfen. Die im Herbst 2015 gegründete Mission SEA-EYE sagt über sich: „Wir leisten keine Fluchthilfe, wir transportieren keine Flüchtenden. SEA-EYE hat nur eine Aufgabe: Menschen und Menschlichkeit zu retten.“
Wenn einen die Bilder der Mittelmeerflüchtlinge nicht mehr loslassen, dann ist es ein sehr konsequenter Schritt, den Frau Petersen macht. Die Ohnmacht, die uns bei den dramatischen Bildern vom Mittelmeerraum befällt, in aktive Hilfe zu verändern, ist eine sehr mutige Entscheidung. In der Lokalzeit Aachen hat Frau Petersen vor ihrem Mittelmeer-Einsatz über Ihre Pläne gesprochen.
Ich wünsche Ihr alles Gute, viel Kraft und bin sehr gespannt auf Ihre Berichte und Eindrücke nach ihrer Rückkehr.
Wie steht es um die Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei?
So lautet der Titel einer Veranstaltung in Kooperation von Amnesty International, dem Eine-Welt-Forum, dem Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. und dem AStA der FH Aachen
Freitag, 7. Juli 2017, 18.30 – 20.30 Uhr
Welthaus, An der Schanz 1 , Aachen
Während Deutschland und die EU immer neue Abkommen mit Erdogan schließen, wird dort die Demokratie Stück für Stück abgebaut:
Sein Fall sorgt für große Empörung: Der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel sitzt in Istanbul in Untersuchungshaft. Das Schicksal von Deniz Yücel ist leider kein Einzelfall: In der Türkei sind mehr Journalistinnen und Journalisten eingesperrt, als in jedem anderen Land der Welt.
Mit Protestaktionen wurde in vielen Ländern die Freilassung von Taner K?l?ç gefordert. Der Anwalt ist Vorstandsvorsitzender der türkischen Amnesty-Sektion. Nun wird ihm die Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vorgeworfen. Taner Kilic wurde am 6. Juni in Izmir festgenommen und zusammen mit 22 weiteren Anwälten inhaftiert. Die Inhaftierung von Kiliç ist Teil einer Kampagne gegen kritische Stimmen in der Türkei. Mehr als 120 Journalistinnen und Journalisten sowie Rechtsbeistände und Aktivistinnen und Aktivisten sitzen derzeit in türkischen Gefängnissen. Tausende weitere haben ihre Jobs verloren oder werden aufgrund von konstruierten Terrorvorwürfen strafrechtlich verfolgt.
Es diskutieren Ingeborg Heck-Böckler, Amnesty International Aachen; Cana Mungan, Türkei Themen-Gruppe Amnesty International; Dersim Dagdeviren, Netzwerk kurdischer Akademiker und angefragt ist Andrej Hunko, Mitglied des deutschen Bundestages – DieLinke .